LowTech-Selbstversorgung

Ein ausführlicher und bebilderter Baubericht zum Bau eines Rocket Stove folgt in Kürze!

Bei unserem Projekt: Rocket Stove (Raketen-Ofen) handelt es sich um den Bau eines Ofens, bei dem eine möglichst effiziente Verbrennung stattfindet. Hierfür ist ein Sauerstoffüberschuss für die Verbrennung nötig. Wenn eine nahezu vollständige Verbrennung mit viel Luft abläuft, kann bereits aus geringen Mengen Brennstoff (Holz) eine große Wärme gewonnen werden. Auf einem Rocket Stove kann in erster Linie gekocht werden. Wird jedoch der Kocher so erweitert, dass um die Brennkammer herum mit Lehm verputzt wird, so kann der Herd auch als Ofen verwendet und die Abgase über eine Lehm-Ummanteltelung des Schornsteins ebenfalls genutzt werden. Für erste Erfahrungen planten wir jedoch ersteinmal eine Testversion. Ziel war es herauszufinden, welche Maße nötig sind, um die Abgase des Rocket-Stove nach Verbrennung und Aufsteigen wieder nach unten abzulenken. Wir wollen ja schließlich die Abgaswärme über eine längere Strecke nutzen.

Vor Beginn des Bau-Wochenendes musste natürlich ersteinmal das Material beschafft werden. Wir fanden einen leeren, großen Lackeimer an der Straße und besorgten noch leere Konservendosen in verschiedenen Maßen.

Dann konnte es Anfang Februar 2014 losgehen. Wir trafen uns im Machwerk, der Kiez‑Werkstatt vom Moabiter‑Ratschlag e.V. Wir fingen damit an die Dosen für die Brennkammer so zuzuschneiden, dass ein Knick nach oben möglich war. Die Hitze sollte somit möglichst direkt gegen den Deckel des Lackeimers, eine mögliche Kochfläche geleitet werden. Nachdem wir die Dosen verbunden hatten probierten wir bei verschlossenem Lackeimer zwei verschiedene Positionen für den Schornstein aus, eine untere und eine obere. Ziel war es herauszufinden, ob aus beiden Schornsteinen ein guter Abgasabstrom möglich war.

Zumindest nach optischem Maß stellten wir keinen großen Unterschied zwischen beiden Varianten fest. Sowohl bei hoch gelegenem Schornstein, als auch bei tiefem schien das Holz ähnlich schnell abzubrennen. Um aber einen Messwert zu erhalten, beschlossen wir bei einem späteren Versuch Wasser von Umgebungstemperatur aus zum Kochen zu bringen und die Zeit zu erfassen, die es dafür braucht. Daraus lässt sich vergleichen, ob bei hohem oder tiefem Schornstein mehr Wärme zum Kochen frei wird.